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75. Hessischer Schützentag – Landesschützenball – Ein Fest der Tradition und sportlichen Spitzenklasse

  13.04.2026    HSJ Verband HSV Vereinsinfos
Mit einer beeindruckenden Kulisse und weithin hörbaren Signalen feierte der Hessische Schützenverband am Samstag, den 11. April 2026, den gesellschaftlichen Höhepunkt seines 75. Hessischen Schützentages. Insgesamt sechs Böllerschüsse aus zwei Kanonen markierten vor dem Christian-Wirth-Saal in Usingen den Beginn des diesjährigen Landesschützenballs. Der Einzug der Fahnen der Bezirke und Vereine zur Eröffnung verlieh dem Abend einen feierlichen Rahmen.

rneut übernahm dann Lutz Hans Schlegel die ehrenvolle Aufgabe, die Fahne des Hessischen Schützenverbandes voranzutragen.

In ihrer Eröffnungsrede dankte Tanja Frank, die Präsidentin des Hessischen Schützenverbandes, dem ausrichtenden Schützenverein 1422 Usingen und hob insbesondere die Bedeutung des Ehrenamts hervor. Sie stellte fest, dass erst der Einsatz der zahlreichen Helfer dieses Fest überhaupt möglich gemacht habe. Niklas Schnieders, der erste Vorsitzende des gastgebenden Vereins, schloss sich dem Dank an und betonte die Freude über das Vertrauen, das dem Verein seitens des Verbandes entgegengebracht wurde. 

Unter den Ehrengästen befanden sich neben dem Usinger Bürgermeister Steffen Wernard auch Boris Wenz, der Bürgermeister des kommenden Ausrichterorts Bürstadt, sowie Hans-Heinrich von Schönfels in seiner Doppelfunktion als Präsident des Deutschen Schützenbundes und Ehrenpräsident des Hessischen Schützenverbandes. Außerdem waren mehrere Präsidenten anderer deutscher Landesschützenverbände anwesend und verliehen dem Abend zusätzliches Gewicht.

Ehrung der sportlichen Aushängeschilder Hessens

Nach der Stärkung am Buffet rückte die sportliche Exzellenz in den Mittelpunkt des Geschehens. Die Auszeichnung der Sportler des Jahres, deren Gewinner im Vorfeld durch eine 18-köpfige Fachjury ermittelt worden waren, bildete den ersten emotionalen Höhepunkt. Maximal 180 Punkte konnte ein Sportler in jeder Kategorie auf sich vereinen.

In der Kategorie der Sportlerinnen des Jahres siegte Doreen Vennekamp mit 174 Punkten vor Svenja Berge, die 117 Punkte erreichte. Da beide Athletinnen zeitgleich beim Weltcup im spanischen Granada im Einsatz waren, konnte nur die drittplatzierte Daniela Vogelbacher ihre Urkunde persönlich entgegennehmen. Die Spezialistin für die Laufende Scheibe hatte 110 Punkte auf sich vereinen können und zeigte sich sichtlich erfreut über die Anerkennung.

Bei den Herren belegten Florian Peter mit 129 Punkten und Oliver Geis mit 102 Punkten die Plätze eins und drei, waren jedoch ebenfalls in Granada gefordert. Die Bühne gehörte daher dem Zweitplatzierten Andreas Tempelfeld, der 117 Punkte erzielte. Der Sommerbiathlet überzeugte die Jury nicht nur als vierfacher Deutscher Meister der Herren III, sondern auch durch sein Engagement als Trainer der hessischen Sommerbiathlon-Auswahl.

Im Bereich des Nachwuchses sicherte sich der Flintenschütze Vladislav Poddubskiy mit 157 Punkten den Titel des Nachwuchssportlers des Jahres, nachdem er bei den Deutschen Meisterschaften sowie der Europameisterschaft 2025 in Châteauroux herausragende Erfolge gefeiert hatte. Ihm folgten die Bogenschützen Gianluca De Silvio mit 128 Punkten und Phil Lüttmerding mit 121 Punkten auf den Plätzen zwei und drei.

Bei den jungen Damen verteidigte Annabella Hettmer ihren Titel aus dem Vorjahr und erreichte 147 Punkte. Die dreifache Deutsche Meisterin im Skeet setzte sich gegen die Sommerbiathletin Regine Tempelfeld durch, die 128 Punkte erhielt. Den dritten Platz belegte Katrin Grabowski, die trotz punktgleicher 128 Zähler aufgrund der geringeren Anzahl an „Zehnern“ hinter Tempelfeld zurückblieb.

In der Kategorie Para-Sport wurde die fünffache Paralympics-Teilnehmerin Manuela Schmermund mit 157 Punkten als Siegerin geehrt, gefolgt von Bernd Becker mit 149 Punkten und der favorisierten Natascha Hiltrop, die in diesem Jahr mit 134 Punkten den dritten Rang belegte.

Besondere Würdigung außergewöhnlicher Leistungen

Ein besonderer Moment des Abends gebührte Anabell Dörsam, die von Moderator Lutz Hans Schlegel besonders gewürdigt wurde. Obwohl sie bei der Wahl zur Nachwuchssportlerin des Jahres mit 116 Punkten knapp den vierten Platz belegt hatte und somit nicht zu den offiziellen Top Drei gehörte, würdigte Schlegel ihre außergewöhnliche Bilanz des vergangenen Jahres. Dörsam, die erst in diesem Jahr zu den Juniorinnen II gewechselt ist, hatte nicht nur zahlreiche Titel in Einzel- und Mannschaftsdisziplinen errungen, sondern war bei den Deutschen Meisterschaften in München für ihre überragende Leistung im Dreistellungskampf mit dem prestigeträchtigen Kehat-Schor-Gedächtnispreis ausgezeichnet worden. Ihre Nominierungen für die Europameisterschaft in Osijek und die Junioren-Weltmeisterschaft in Suhl unterstreichen ihren Status als eines der größten Talente des deutschen Schützenwesens.

Die feierliche Proklamation der neuen Majestäten

Den absoluten Höhepunkt und zugleich den spannendsten Teil der Veranstaltung stellte die Proklamation der neuen hessischen Schützenmajestäten dar. Da die Ergebnisse des bereits im Februar im Landesleistungszentrum Frankfurt ausgetragenen Königsschießens bis zu diesem Moment unter strengstem Verschluss gehalten worden waren, war die Nervosität im Saal förmlich greifbar. HSV-Vizepräsident Thomas Scholl führte durch die Zeremonie und rief die amtierenden Majestäten Jörg Frömel und Sven-Erik Göthel sowie die neuen Bezirkskönige auf beziehungsweise vor die Bühne. Im Jugendbereich zeichnete sich schnell eine weibliche Dominanz ab, was Scholl zu der scherzhaften Bemerkung veranlasste, dass man in diesem Jahr definitiv eine Jugendschützenkönigin haben werde. Den Titel der zweiten Ritterin sicherte sich Timea Schneider (Bezirk 38 Starkenburg) mit einem Teiler von 22, während Mia Sophie Voß (Bezirk 15 Waldecker Land) mit einem Teiler von 15 zur ersten Ritterin proklamiert wurde. Zur neuen Landes-Jugendschützenkönigin wurde schließlich Lara Reuß vom SV Hessische Schweiz Rhünda (Bezirk 18 Schwalm-Eder) gekürt, die mit einem sensationellen 3 Teiler das beste Ergebnis erzielte. Die Siegerin zeigte sich überwältigt und gab zu Protokoll, dass sie zwar gewusst habe, einen guten Schuss mit einer 10,9 gemacht zu haben, aber nicht damit gerechnet habe, dass dieser so exzellent ausfallen würde.

Nicht minder spannend verlief die Ernennung des Landesschützenkönigs bei den Erwachsenen. Hier war ein Teiler von unter 50 die Voraussetzung, um die vorderen fünf Plätze zu erreichen. Die drei höchsten Würden gingen in diesem Jahr allesamt an männliche Schützen. Patrick Vorstandslechner vom SV Ebersgöns (Bezirk 28 Wetterau) wurde mit einem Teiler von 36 zum zweiten Ritter ernannt. Die Position des ersten Ritters nahm Gerd Hackmann von der FSK Oberforsthaus (Bezirk 33 Frankfurt am Main) ein, der einen Teiler von 33 vorweisen konnte. Den Sieg und damit die Würde des hessischen Landesschützenkönigs sicherte sich Michael Piorr von der TuS Kemel (Bezirk 22 Nassau). Piorr war von seinem Erfolg sichtlich überrumpelt, hielt sich im Moment der Erkenntnis die Hände vor das Gesicht und benötigte einen Augenblick, um seine Fassung wiederzugewinnen, bevor er schließlich strahlend die Glückwünsche entgegennahm.

➡️ Die vollständigen Ergebnisse des Hessischen Landes(jugend)königsschießens gibt es hier!

Mit diesem emotionalen Schlusspunkt endete der offizielle Teil des Abends, woraufhin Präsidentin Tanja Frank das Parkett für den Tanz freigab und den geselligen Ausklang des Jubiläumsballs einläutete.

Die neue hessische Jugend-Schützenkönigin Lara Reuß und der neue hessische Schützenkönig Michael Piorr werden die hessischen Farben auch beim Bundeskönigsschießen vertreten. Dieses findet am 9. Mai im hessischen Landesleistungszentrum in Frankfurt am Main statt. Die Proklamation der neuen Bundesmajestäten findet im Saalbau Griesheim in Frankfurt statt. Beide Veranstaltungen sind öffentlich und alle hessischen Schützen sind eingeladen den Wettkämpfen und den Feierlichkeiten beizuwohnen. Information zum Bundeskönigsschießen 2026 gibt es auf der Website des Hessischen Schützenverbandes.

Lutz Berger

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Sachbearbeitung WBK-Anträge, Jugend

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Jugendleiter